Kinder in der Steuererklärung

Im Einkommensteuergesetz wird die Leistungsfähigkeit der Steuerzahler berücksichtig und da Kinder beträchtliche Ausgaben verursachen, ist der steuerliche Abzug dieser Ausgaben naheliegend. Nachfolgend werden außergewöhnliche Belastungen, Frei- und Absetzbeträge angeführt, auf die sich Kinder in der Einkommensteuererklärung auswirken. Die aktuellen Absetzbeträge können ab der Veranlagung für das Jahr 2016 geltend gemacht werden.

1. Der Kinderfreibetrag
Der Kinderfreibetrag vermindert die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer und ist eine Familienleistung, welche zum Bereich „Sozialversicherung“ gehört. Wer also nicht der österreichischen Sozialversicherung unterliegt, dem steht der Abzug nicht zu.
Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass einem Elternteil oder dessen Partner für mehr als sechs Monate im Kalenderjahr ein Kinderabsetzbetrag (§ 33 Abs 3) oder Unterhaltsabsetzbetrag (§ 33 Abs 4) zusteht. Der Kinderfreibetrag beträgt gem. § 106a EStG € 440,- pro Kind bzw. alternativ € 300,- jährlich, wenn sich zwei (auch ehemalige) Partner den Freibetrag teilen.

2. Der Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB) und Alleinerzieherabsetzbetrag (AEAB)
Der Alleinverdienerabsetzbetrag wird in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt und reduziert die Einkommensteuerbelastung selbst. Der Steuerpflichtige muss für die Inanspruchnahme mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet sein und ein Kind gem. § 106a Abs 1 EStG haben. Bei aufrechter Ehe steht nur einem Partner der AVAB zu.
Unter Alleinverdiener versteht man eine Person, deren Ehepartner Einkünfte von höchstens € 6.000,- jährlich erzielt. Für den Grenzbetrag ist somit der Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs 2-4 EStG) zuzüglich bestimmter (nicht aller) steuerfreien Einkünfte sowie sonderbesteuerter Einkünfte relevant.
Der AVAB beträgt bei einem Kind jährlich € 494,–, bei zwei Kindern € 669,– jährlich. Für das dritte und jedes weitere Kind erhöht sich dieser nochmals um jeweils € 220,–.
Alleinerzieher ist eine Person, die mit mindestens einem Kind mehr als sechs Monate im Kalenderjahr nicht in einer Gemeinschaft mit einem Ehepartner lebt. Der AVAB und der AEAB können zu einer Negativsteuer führen und werden, wenn die Einkommensteuer unter € null beträgt, erstattet.

3. Der Unterhaltsabsetzbetrag (UAB)
Leistet ein Steuerpflichtiger für ein haushaltsfremdes Kind tatsächlich den gesetzlichen Unterhalt, steht ein monatlicher Unterhaltsabsetzbetrag (§ 33 Abs 4 Z 3 EStG) von € 29,20 für ein Kind bzw. €43,80 für das zweite Kind sowie € 58,40 für jedes weitere Kind zu. Der UAB kann nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn die volle Leistung des Unterhalts erfüllt wurde. Trifft dies nicht zu, so kann der UAB nur anteilig geltend gemacht werden.
Der UAB steht für Kinder zu, die in der EU, im EWR oder der Schweiz leben. Für Kinder in Drittstaaten kann die Hälfte der tatsächlich bezahlten Unterhaltskosten geltend gemacht werden.

4. Die Kinderbehandlungskosten
Darunter fallen gem. § 34 f EStG Behandlungskosten für Krankheit, Pflege oder Behinderung. § 35 Abs 1 EStG zusätzlich zur Krankheit, wodurch außergewöhnliche Belastungen im Falle einer Behinderung eines nahen Angehörigen ohne Selbstbehalt abzugsfähig sind (Kauf eines Rollstuhls für das gebehinderte Kind ist beim zahlenden Elternteil daher eine außergewöhnliche Belastung ohne Selbstbehalt).
Die Höhe des Selbstbehalts ist vom Einkommen abhängig, weshalb ein Anreiz besteht, die außergewöhnliche Belastung beim geringer verdienenden Ehepartner geltend zu machen. Bei behinderungsbedingten Kosten besteht hingegen der Anreiz, die Kosten dem besserverdienenden Ehepartner zahlen zu lassen, da dessen Grenzsteuersatz höher ist. Hier wird darauf abgezielt, dass den besserverdienenden Partner die Zahlungsverpflichtung trifft und dieser daher zwangsläufig und nicht freiwillig zahlt. Somit kann die außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

5. Die Kinderbetreuungskosten
Grundvoraussetzung ist ebenfalls ein Kind gem. § 106a Abs 1 oder 2 EStG. Sind die Bedingungen erfüllt, sind Kinderbetreuungskosten bis zu höchstens € 2.300,- pro Kind und Jahr bis zum Beginn des 10. Lebensjahres, bei Bezug erhöhter Familienbeihilfe bis zum Beginn des 16. Lebensjahres, ohne Abzug eines Selbstbehaltes als außergewöhnliche Belastung steuermindernd. Bei den Kinderbetreuungskosten ist die Zwangsläufigkeit nicht notwendig, somit können auch Kosten für die freiwillige Kinderbetreuung abgesetzt werden.
Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass die Kinderbetreuung von einer volljährigen, pädagogisch qualifizierten Person erfolgt (Kindergarten, Kinderkrippe, Hort, etc.). Eine Privatperson als Kinderbetreuung ist nur dann zulässig, wenn diese kein haushaltszugehöriger Angehöriger und pädagogisch qualifiziert ist (Personen mit Ausbildung zur Kinderbetreuung und Kindererziehung im Ausmaß von 35 Stunden).

6. Auswärtige Berufsausbildung
Aufwendungen für die Berufsausbildung des Kindes außerhalb des Wohnortes stellen eine außergewöhnliche Belastung dar, wenn es im Einzugsgebiet (Umkreis von 80 km) des Wohnortes keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit gibt. In diesem Fall ist gem. § 34 Abs 8 EStG eine Pauschale von €110,– pro Monat der Berufsausbildung abzugsfähig.
Bei der Inanspruchnahme dieser außergewöhnlichen Belastung reicht es, ein Kind im biologischen und zivilrechtlichen Sinne zu sein.

7. Weitere Bestimmungen
Zusätzlich zu den oben angeführten Tatbeständen vermindern Kinder den Selbstbehalt nach § 34 Abs 4 EStG um jeweils einen Prozentpunkt. Auch auf das Sonderausgabenpauschale wirken sich Kinder geringfügig aus (§ 18 Abs 3 Z 2 EStG). Sonderausgaben nach § 18 Abs 3 Z 1 EStG sind auch die Bezahlung von privaten Personenversicherungen, Wohnraumschaffung und -sanierung sowie Kirchenbeiträge für Kinder.

8. Mehrkindzuschlag
Für Eltern, deren gemeinsames Jahreseinkommen € 55.000,- nicht übersteigt, gibt es einen Mehrkindzuschlag von 20 € im Monat für das dritte und jedes weitere Kind, für welches man Familienbeihilfe bezieht. Eine Zusammenrechnung der Einkommen erfolgt nur dann, wenn die Eltern länger als sechs Monate im gemeinsamen Haushalt leben.

Immobilienertragsteuer – Hauptwohnsitzbefreiung

Neben der Herstellerbefreiung und der Befreiung für Enteignung ist die Hauptwohnsitzbefreiung einer der wesentlichen Befreiungstatbestände. Als Hauptwohnsitz wird der Mittelpunkt der Lebensinteressen definiert. Diese Befreiung kann auf zwei verschiedene Arten erfolgen:

• Der Veräußerer muss von der Anschaffung bis zur Veräußerung durchgehend mindestens 2 Jahre dort seinen Hauptwohnsitz gehabt haben.

• Der Veräußerer muss innerhalb der letzten 10 Jahre mindestens 5 Jahre durchgehend seinen Hauptwohnsitz dort gehabt haben. Es ist nicht erforderlich, dass der Hauptwohnsitz von der Anschaffung an dort gelegen hat.

Der Steuerbefreiung unterliegt sowohl das Gebäude als auch der gesamte Grund und Boden, soweit dieser der Nutzung des Eigenheims als Garten oder Nebenfläche dient. Dies ist anzunehmen, wenn die Gesamtgrundstücksfläche 1000 m2 nicht übersteigt. Bei größeren Grundstücken, welche eine Gesamtgrundstücksfläche von mehr als 1000 m2 aufweisen, ist der grenzüberschreitende Anteil jedenfalls steuerpflichtig.

Beispiele:
• Eine Person hat seit mehr als fünf Jahren den Hauptwohnsitz in ihrer Eigentumswoh-nung. Sie besitzt noch eine zweite Eigentumswohnung, die sie vermietet. Nach Beendigung des Mietverhältnisses zieht sie als Hauptwohnsitzerin/Hauptwohnsitzer in die bisher vermietete Wohnung und veräußert den bisherigen Hauptwohnsitz: Die Befreiung steht zu.

• Eine Person erbt die Eigentumswohnung der Eltern, aus der sie bereits seit über fünf Jahren ausgezogen ist, und veräußert diese. Die Veräußerung ist nicht befreit. Wäre die Person innerhalb der letzten zehn Jahre selbst Hauptwohnsitzerin/Hauptwohnsitzer in dieser Wohnung (z.B. weil noch minderjährig), wäre die Befreiung anwendbar.

Berechnung der Steuer bei Altbestand:
Unter diesem Begriff sind Grundstücke zu verstehen, die vor dem 31. März 2002 angeschafft wurden und damit am 31. März 2012 grundsätzlich nicht steuerverfangen waren.
Hier kann der Steuerpflichtige den Verkaufserlös pauschal mit 4,2% versteuern. Es gibt aber auch die Möglichkeit die Regelbesteuerung in Anspruch zu nehmen, wenn der Steuerpflichtige der Meinung ist, dass diese Methode günstiger ist.

Beispiel: Verkauf eines Grundstücks (Alt-Grundstück)

Ein Ferienhäuschen wurde im Jahr 1990 um 100.000 Euro gekauft und wird im Jahr 2015 um 170.000 Euro veräußert. Der Mehrerlös beträgt somit 70.000 Euro.
Da das Grundstück vor dem 31. März 2002 angeschafft wurde, beträgt die Steuerbelastung effektiv 4,2 Prozent (ab 1. Jänner 2016; vorher 3,5 Prozent) vom Veräußerungserlös, das sind 170.000,-*4,2% = 7.140 Euro: Die Anschaffungskosten werden pauschal mit 86 Prozent des Veräußerungserlöses angesetzt. Der Saldo von 14 Prozent ist mit dem besonderen Steuersatz in Höhe von 30 Prozent (ab 1. Jänner 2016; vorher 25 Prozent) zu erfassen.

Berechnung der Steuer bei Neubestand:
Unter diesem Begriff sind Grundstücke zu verstehen, die ab dem 31. März 2002 angeschafft worden sind und damit jedenfalls am 31. März 2012 steuerverfangen waren (das heißt, die grundsätzlich zehnjährige Spekulationsfrist gemäß Rechtslage vor dem 1. Stabilitätsgesetz 2012 war noch nicht abgelaufen) oder noch angeschafft werden.
Auch hier ist die Ausgangsbasis der tatsächliche Veräußerungserlös von dem die Anschaffungskosten abgezogen werden. Die Differenz ist mit 30% zu versteuern.

Beispiel: Verkauf eines Gebäudes (Neu-Grundstück)

Ein Grundstück mit Ferienhäuschen wurde im Jahr 2005 um 150.000 Euro gekauft und wird im Herbst 2012 um 200.000 Euro veräußert. Der Mehrerlös beträgt somit 50.000 Euro.
Das Haus ist zum 31. März 2012 (gemäß Rechtslage vor dem 1. Stabilitätsgesetz 2012) steuerverfangen, weil die Spekulationsfrist noch nicht abgelaufen war. Folglich ist der volle Mehrerlös als Veräußerungsgewinn der Besteuerung mit dem besonderen Steuersatz in Höhe von 30 Prozent (ab 1. Jänner 2016; vorher 25 Prozent) Prozent zu unterwerfen. Das ergibt eine Steuerbelastung von 50.000,-*30% = 15.000 Euro.

Die Befreiung für Kleinunternehmer nach § 6 Abs 1 Z 27 UstG

Ab 2017 werden für die Berechnung der Umsatzgrenze von netto € 30.000,00 die umsatzsteuerfreien Umsätze nicht mehr miteinberechnet. Somit darf die Umsatzgrenze nicht bzw. nur einmal in 5 Jahren um max. 15% überschritten werden.

Durch diese Änderung soll eine Vereinfachung für jene Unternehmer erreicht werden, die neben ihrer grundsätzlich umsatzsteuerfreien Tätigkeit auch geringe steuerpflichtige Umsätze erzielen, da die Anwendung der Kleinunternehmerregelung zum Beispiel auch in der Regel zum Entfall der verpflichtenden Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen führt.

Beispiel: Ein selbständiger Arzt erzielt umsatzsteuerfreie Einnahmen aus Heilbehandlungen im Humanbereich in Höhe von 100.000 € und umsatzsteuerpflichtige Einnahmen aufgrund der Erstellung von Gutachten in Höhe von 10.000 € (netto).

Alte Regelung: 100.000€ + 10.000€ = 110.000€ – Kleinunternehmerregelung nicht anwendbar

Neue Regelung: nur die 10.000€ werden beachtet – Kleinunternehmerregelung anwendbar

Zu beachten ist, dass es sich bei der Kleinunternehmerregelung um eine unechte Steuerbefreiung handelt. Dies bedeutet, dass dem Kleinunternehmer kein Vorsteuerabzug zusteht. Allerdings kann aus der Kleinunternehmerregelung hinausoptiert werden mit der Konsequenz, dass die Umsätze umsatzsteuerpflichtig sind und ein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden kann.

Bleibt der Unternehmer Kleinunternehmer, hat er nur dann eine Umsatzsteuererklärung abzugeben, wenn im Veranlagungszeitraum ausnahmsweise doch Umsatzsteuer zu entrichten ist (zB beim innergemeinschaftlichen Erwerb).

Verzicht auf Kleinunternehmerregelung:

Der Verzicht muss schriftlich beim Finanzamt mittels Optionserklärungsformular U12 erklärt werden. Die Abgaben einer Optionserklärung bindet mindestens für das Jahr, für das sie abgegeben worden ist und weitere 4 Jahre. Nach Ablauf dieser Frist kann die Optionserklärung widerrufen werden. Der Widerruf hat bis zum Monatsletzten des ersten Kalendermonats jenes Kalenderjahres zu erfolgen, ab dem er gelten soll. Beispiel: Am 31.01.2017, wenn er für das Jahr 2017 gelten soll.

(Optionserklärung Link: https://service.bmf.gv.at/service/anwend/formulare/show_mast.asp?s=U12)

Auswirkungen auf die Rechnungsausstellung:

Umsatzsteuerbefreite Kleinunternehmer dürfen auf Ihrer Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Tun sie dies trotzdem, schulden sie die Umsatzsteuer aufgrund der Rechnungslegung. Zusätzlich muss auf die Steuerbefreiung hingewiesen werden: „Umsatzsteuerfrei aufgrund der Kleinunternehmerregelung.“

Umsatzsteuerpflicht von steuerbefreiten Kleinunternehmern:

Da Lieferungen und Dienstleistungen umsatzsteuerbefreit sind, trifft Kleinunternehmer üblicherweise keine Umsatzsteuerzahlungspflicht. Es gibt allerdings Ausnahmen:

· Es wird verbotenerweise Umsatzsteuer verrechnet (Steuerschuld kraft Rechnung)

· bei steuerpflichtigen ig Erwerben, wenn die Erwerbsschwelle überschritten oder auf deren Anwendung verzichtet wurde

· bei Dienstleistungen von ausländischen Unternehmen, wenn der Leistungsort im Inland ist (Reverse Charge –RC)

· bei Inlandslieferungen ausländischer Unternehmer (Abzugsverfahren)

· bei gewissen Auslandsumsätzen (z.B. für elektronisch erbrachte Dienstleistungen an Endverbraucher in der EU)

Tücken der Kleinunternehmerregelung:

· Zu Beginn der Tätigkeit kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob man die Umsatzgrenze im laufenden Jahr überschreitet. Trotzdem muss man sich entscheiden, ob man nun die Umsatzsteuer auf den Rechnungen ausweist oder nicht.

· Es besteht eine sehr lange Bindungsfrist der Optionserklärung (5 Jahre).

· Die zukünftige Geschäftsentwicklung muss möglichst genau eingeschätzt werden.

· Entscheiden Sie sich für die Umsatzsteuerfreiheit, müssen Sie streng darauf achten, dass Sie die Grenze nicht überschreiten. Ein Ausweg kann die Verlagerung von Zahlungseingängen in das Folgejahr sein.

Vermietung von Wohnraum in Österreich:

Grundsätzlich wird mit dem Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit und dem Vorhandensein einer festen Niederlassung überprüft, ob es sich um einen im Inland ansässigen Steuerpflichtigen handelt, oder nicht. Nur bei fehlenden einschlägigen Angaben wird der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthalt zur Bestimmung herangezogen.

Wird Wohnraum in Österreich vermietet, so fallen der Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit und die feste Niederlassung zusammen. Die wirtschaftliche Tätigkeit ist das Vermieten von Wohnraum in Österreich und die feste Niederlassung besteht an dem Ort, wo sich die Immobilie befindet.

Der Vermieter erbringt seine Leistung also ausschließlich in Österreich. Sein Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sind hier irrelevant.

Beschäftigungsbonus ab 1.7.2017

Der Beschäftigungsbonus kann ab dem 01.07.2017 von Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich in Anspruch genommen werden und ist eine EU-Förderung. Ziel ist es, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Der Beschäftigungsbonus ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss zu den Lohnnebenkosten inkl. SVA (ohne DGA). Es soll mit diesem Förderungsprogramm das Wachstum von Unternehmen unterstützt werden, indem man die Dienstgeberlohnnebenkosten bis zu 50% fördert. Diese Förderung kann über eine Dauer von bis zu drei Jahren erhalten werden.

Ein zusätzliches Arbeitsverhältnis im Ausmaß von 38,5 Wochenstunden und eine Beschäftigungsdauer von mindestens vier Monaten sind unter anderem Grundvoraussetzungen für die Nutzung des Programms. Der Beschäftigungsbonus wird einmal jährlich dem antragstellenden Unternehmen im Nachhinein ausbezahlt. Das bedeutet, dass die erstmalige Abrechnung und Auszahlung des Beschäftigungsbonus ein Jahr nach dem Beginn des zu fördernden Dienstverhältnisses erfolgt.

 Welcher Beschäftigungsstand wird als Referenzwert herangezogen?

Der Referenzwert wird gebildet aus:

– Anzahl der Beschäftigten VOR Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses, welches gefördert werden soll

– und der Anzahl der Beschäftigten, jeweils zum Quartalsende der vier vorangegangenen Quartale

Fällt der Tag vor Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses auf ein Quartalsende, werden nur vier Beschäftigungsstände ermittelt.

Wie wird der Beschäftigungszuwachs ermittelt?

Verglichen wird der ermittelte Referenzwert mit dem zum Abrechnungsstichtag gültigen Beschäftigungsstand. Sofern ein Beschäftigungszuwachs vorliegt, gelangt der Beschäftigungsbonus zur Auszahlung.

Beispiel:

  • Der erste förderbare Vollzeit-Dienstnehmer tritt am 15.08.2017 in das Unternehmen ein. Er ist bei der GKK anzumelden.
  • Der Online-Antrag für den Beschäftigungsbonus ist innerhalb von 30 Tagen bis spätestens 14.09.2017 bei der aws zustellen. Dazu ist eine Registrierung des Dienstgebers unter beschaeftigungsbonus.at notwendig.
  • Der Beschäftigungsstand an den folgenden 5 Stichtagen muss ermittelt werden:
    1. Stichtag: 14. 8. 2017, Beschäftigtenstand vor Eintritt des DN am 15. 8. 2017 = 18 DN
    2. Stichtag: 30. 6. 2017 (letztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 16 DN
    3. Stichtag: 31. 3. 2017 (zweitletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 18 DN
    4. Stichtag: 31. 12. 2016 (drittletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 15 DN
    5. Stichtag: 30. 9. 2016 (viertletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 16 DN

Als Referenzwert ist der höchste von diesen Werten heranzuziehen (= 18 DN).

  • Die erstmalige Abrechnung und Auszahlung des Beschäftigungsbonus erfolgt ein Jahr, nach Beginn des ersten förderfähigen Dienstverhältnisses.

Der Beschäftigungsstand zum Zeitpunkt der Förderungsabrechnung (15.08.2018) beträgt 17 Dienstnehmer. Die Förderung wird nicht gewährt, da der Beschäftigungsstand niedriger als der Referenzwert ist.

Wäre der Beschäftigungsstand am 15.08.2018 höher, beispielsweise 19 Dienstnehmer, würde die Förderung gewährt werden.

Welche Mitarbeiter werden gefördert?

Jener der

  • in den letzten 3 Monaten zumindest einmal beim AMS arbeitslos gemeldet gewesen war und entweder österreichischer Staatsbürger, EWR-Bürger im Besitz einer EU-Anmeldebescheinigung oder Drittstaatsangehöriger mit einem geeigneten Aufenthaltstitel (etwa Rot-Weiß-Rot-Karte plus) ist oder
  • in den letzten 12 Monaten zumindest 4 Monate an einer Ausbildung einer österreichischen Bildungseinrichtung teilgenommen hat („Bildungsabgänger“) oder
  • in den letzten 12 Monaten in Österreich mindestens 4 Monate ununterbrochen (voll- oder teilversichert) erwerbstätig gewesen war („Jobwechsler“).
  • keine anderwärtige Förderung erhält.

Einreichung:

Innerhalb von 30 Tagen nach der Einstellung des neuen Mitarbeiters ist die Anmeldung bei der Krankenkasse bei der Förderstelle aws vorzulegen.

Link: https://www.beschaeftigungsbonus.at/antrag-stellen/einreichen/antrag-stellen/

Probleme bei Unternehmen die 2017 neu gegründet wurden:

Der Steuerberater des Unternehmens muss unterschreiben, dass das Unternehmen nicht nur zwecks des Erhalts des Beschäftigungsbonus gegründet wurde.

Weitere Anmerkungen:

Definition „Köpfe“:

Jeder Mitarbeiter zählt als Kopf. Dazu zählen auch Mitarbeiter in der Karenz, der Altersteilzeit oder freie Dienstnehmer. Nicht hinzugezählt werden Lehrlinge und geringfügig Beschäftigte.

Anzumerken ist, dass auch Praktikanten ein Problem für den Referenzwert darstellen. Sie sind nur kurz im Unternehmen, zählen aber als Köpfe und beeinflussen somit den Referenzwert zu den Quartalen.

Tipp:

Über WEBEKU kann die Zahl der Köpfe leicht ermittelt werden, denn die Dienstnehmer, welche bei der GKK angemeldet sind, sind als Köpfe anzusehen. Nur die Mitarbeiter in der Karenz müssen noch hinzugezählt werden.

Was wird als Bruttobezug angegeben?

Beim Bruttobezug sollte alles enthalten sein, was der Mitarbeiter bekommen wird (Monatszulagen, Überstundenpauschale, Prämien, zuvor schon vereinbarte Gehaltserhöhungen). Alles was der Mitarbeiter nachher noch zusätzlich bekommt, erhöht den ursprünglich gestellten Antrag nicht mehr. Folglich ist es möglich, dass der Bruttobezug im Antrag vom Bruttobezug der Anmeldung bei der GKK abweicht.

Achtung:

Im aws Antrag müssen Mitarbeiterdaten bekanntgegeben werden. Hier ist unbedingt die Zustimmung des Mitarbeiters einzuholen! Dies kann mit einem Zusatzartikel im Dienstvertrag geregelt werden.

Rücknahme des Erstantrages:

Mit einer E-Mail an aws kann man die Rücknahme veranlassen, sofern noch kein Förderungsvertrag ausgestellt wurde.